Wer außer uns Groß Vahlbergern hat
schon einmal
etwas von unserem kleinen Dorf gehört?
Nichts von dem, was von vielen Menschen als
so wichtig
angesehen wird, hat sich hier ereignet.
Es gab keine bedeutenden Schlachten (was
immer das auch
sein mag), weder Schiller, Goethe
noch Lessing haben bedeutende Werke
geschrieben noch hat hier ein König,
Fürst oder genialer Erfinder
gelebt. Nein, hier leben und lebten
ganz "normale" Menschen
(soweit Menschen normal sind) mit
ganz alltäglichen Freuden und Sorgen.
Anlässlich des 750-Jahr-Jubiläum wurde in
Fleißarbeit von Ludwig Meier eine
Chronik zusammengestellt, aus der die
folgenden Auszüge stammen.
Zahlreiche Funde aus der jüngeren Steinzeit
belegen,
dass die Gemarkung von Groß Vahlberg
schon sehr früh (4.000 bis 1.500
v. Chr.) von den sogenannten Bandkeramikern
besiedelt war.
Sicher gab es gute Gründe, sich in unserem
Gebiet
niederzulassen. Wasser gab es nicht
nur in der Altenau, sondern es floss
auch ein kleiner Bach von der Asse
direkt durch das Dorf.
Ältere Groß Vahlberger erinnern sich noch
daran, denn
bis in dei 60er Jahre des 20. Jährhunderts
war dieser Bachlauf in
vielen Bereich noch offen. Heute
erinnert nur noch der
"Wasserschlupf" an diese
Zeit.
Durch den angeschwemmten Lößboden war fruchtbares
Weideland vorhanden, dass später
den Bauern zum Ackerbau diente.
Das Holz zum Bau der ersten Häuser lieferte
ebenfalls
die Asse und auch eine Lehmgrube
gab es.
Obwohl einige Indizien belegen, dass die
Siedlungsgeschichte sehr alt ist,
so gilt nur, was urkundlich belegt
ist.
Beleg für das Alter von Groß Vahlberg ist
die Urkunde
im Staatsarchiv Wolfenbüttel (Urk.
16) in der 1237-1248 "demedio
Vahlberke" = von der Mitte Vahlbergs
aus) erwähnt wird.
Der Name hat sich im Mittelalter oft geändert:
1274 Middenstenvahlberg
1362 Middedelenvahlberg und
dann
1510 Groten
Vahlberg
Wie in vielen anderen kleinen Dörfern war
auch die
Geschichte Groß Vahlbergs über lange
Zeit mit der Geschichte einer
Familie verbunden.
Beginnend ab 1250 n. Chr. waren die Geschickte
des
Dorfes und seiner Bewohner eng mit
dem Geschlecht derer von Weferlingen
verbunden, den Patronatsherren der
Kirche. Diese Kirche erhielt erst am
26. August 2001 einen Namen und zwar
St. Katharina.
Nachdem 1601 Ulrich von Weferlingen verstorben
war ohne
leibliche Erben, ging das Lehnsgut zunächst an die Herren von
Hardenberg, von Witberg und von Hoyen,
bis es der Watzumer Linie deren
von Weferlingen gelang, 1668 noch
einmal in den Besitz des Groß
Vahlberger Ritterguts zu kommen.
Als auch die Watzumer Linie
ausgestorben war, kam das Rittergut
dann letztendlich in den Besitz der
Familie von Münchhausen, die noch
heute hier ansässig ist.
Die Bevölkerungszahlen waren relativ konstant. Lediglich während
des Zweiten Weltkrieges erhöhte sich
durch
Zuzug von Evakuierten aus dem Aachener
Raum
und nach Kriegsende durch die aus Schlesien,
Pommern, Ostpreußen und den anderen
deutschen
Siedlungsgebieten in Osteuropa vertriebenen
Deutschen die Anzahl der Menschen,
die hier
lebten.
In den Zeiten des "Wirtschaftswunders"
verließen viele das Dorf und zogen
in die Nähe der Arbeitsplätze in
die Ballungsgebiete.
Die Bevölkerungszahl beträgt jetzt rund 450
Bewohner.
Es gibt keinen Lebensmittelladen mehr und
auch von den
ehemals drei Gaststätten ist keine
mehr vorhanden, aber seit ein paar
Jahren gibt es eine Verkaufsstelle
einer Bäckerei und glücklicherweise
haben wir immer noch ein Fleischereifachgeschäft,
dessen Produkte über
die Grenzen des Dorfes hinaus geschätzt
werden.
Neben dem Rittergut gibt es noch fünf
landwirtschaftliche Betriebe, von
deren vermutlich in der nächsten
Generation keiner mehr vorhanden
sein wird.
Zum Glück für die kleinsten Bewohner gibt
es einen
Kindergarten, während die ABC-Schützen
mit dem Schulbus nach
Schöppenstedt fahren müssen.
Wenn sich auch vieles gewandelt hat, so gibt
es doch
noch immer Vereine, die zum sozialen
Umfeld gehören: der
Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr,
der Männer-Gesangverein,
der Mini-Club, der Freizeitverein,
die Frauenhilfe und natürlich den
Sportverein.