Mein Weg zur Familienforschung und Erfahrungen          

                      

 

DER ANFANG

 

Alles hat einen Anfang und bei mir begann es mit einem Fernsehbericht im WDR3.

 

Thema war die Öffnung der sowjetischen Geheimarchive über die Kriegsgefangenen des 2. Weltkrieges.

 

Wie in vielen anderen Familien gab es auch in der Familie Ohlhoff Menschen, die nicht mehr nach Hause kamen und deren Schicksal weit über 50 Jahre ungeklärt ist.

 

Bei mir waren es zwei Brüder meines Vaters und so machte ich mich auf, das zu erfahren, was meine Großeltern und Eltern trotz intensiver Nachfragen kurz nach dem Krieg nicht klären konnten.

 

Bei meinem Anruf bei der WASt sagte man mir, dass für eine Recherche die Geburtsdaten erforderlich seien und dass eine Antwort bis zu sechs Monate dauern können. Die Antwort dauerte dann auch vier Monate, aber es wurde nur bestätigt, was wir schon wussten:

 

Otto Ohlhoff war zuletzt im Dezember 1942 in Stalingrad

Herbert Ohlhoff ist zusammen mit einer ganzen Einheit    im Juli 1944 spurlos verschwunden.

 

Während ich auf die Antwort wartete, war mein Interesse gewachsen, auch etwas über meine Ur-Großeltern zu erfahren. Meine Eltern hatten über ihre Großeltern erzählt, aber wie das so als Kind ist, man hört nicht richtig zu.

 

Beginn der "Sucht"

 

Dies war also in der Adventszeit 1998 der Beginn. Die ersten Erfolge stellten sich dank der Unterstützung hilfsbereiter Mitarbeiter in Standesämtern ein. Die Lebensdaten meiner Ur-Großeltern waren schnelle gefunden und dann begann der Weg in die Pfarrämter.

 

Glücklicherweise hatte ich in der Schule einmal eine Einführung in Schriften erworben, ohne zu ahnen, wie hilfreich diese Kenntnisse einmal würden.

 

Vorbereitung

 

In meiner Lieblingsbuchhandlung empfahl man mir das Buch "Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung" von Ribbe/Hennig. Ich muss gestehen, nach dem ersten Durchsehen war ich überwältigt von der Menge der Informationen.  Aber ich erkannte sehr schnell, wie wichtig es war, auch allgemein etwas über die Geschichte des Landes Braunschweig zu erfahren. Hier waren die Besuche in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel sehr wertvoll.

 

Praxis

 

Schon bei meinen ersten Einblicken in die Kirchenbücher erkannte ich, wie viel ich noch lernen musste. Jeder der Pastoren, Opfermänner oder andere, die die Kirchenbücher führten, hatten eine andere mehr oder weniger ausgeprägte Schrift. In einigen Kirchenbüchern waren detaillierte Angaben über die Eltern und die Paten zu finden, in anderen stand lapidar nur "Frau des Hans Meier".

 

Zu Anfang meiner Suche hatte ich die Notizen auf lose Zettel geschrieben. Schon bald wurde mir klar, dass dies nicht so bleiben konnte. Seitdem habe ich "Kladden" für jeden Ort angelegt und schreibe jeweils auch die Quelle genau und sorgfältig auf. Auch Daten und Informationen, die mir zuerst als unwichtig erschienen, erwiesen sich, wenn auch manchmal erst nach ein bis zwei Jahren als hilfreich.

Als besonders bedeutsam erweisen sich dabei die Informationen über den Beruf, der Herkunftsort oder die verwandtschaftliche Beziehung zu Paten. Sie waren oft meine einzige Spur, die dann zum Erfolg führte.

 

Zufälle

 

Zufällig war ich im Staatsarchiv in Wolfenbüttel und suchte nach Vorfahren in Pabstorf, als auch der Verfasser des Familienbuches Pabstorf im Archiv war. Damit konnte ich meine Suche ergänzen.

 

Zufällig finde ich im "Heimatbuch des Landkreises Wolfenbüttel 2000" einen Artikel über Leineweber , in dem auch über meine Ur-Ur-Ur-Großeltern geschrieben wird.

 

Zufällig komme ich mit einem anderen Besucher des Staatsarchivs Wolfenbüttel ins Gespräch, der mir von einem pensionierten Kirchenarchivleiter in Osterwieck erzählt, über den ich die Hinweise auf fehlende Verbindungsstücke erhalte.

 

Internet

 

Ohne das Internet hätte ich viele Dinge nicht erfahren, die mir bei meiner Suche in Kirchenbüchern, Archiven und anderen Quellen nützlich waren. Vor allen Dingen hätte ich nicht so viel über die Familie meiner ausgewanderten Ur-Großtante erfahren.

 

Von Anfang war es besonders www.ahnenforschung.net , wo ich Anregungen und Tipps fand. 

 

Auch die diversen Maillisten nutze ich eifrig und bin seit einiger Zeit Mitglied im Verein für Computergenealogie.

 

 

 

Erfolge

 

Inzwischen habe ich fast 2.000 Personen gefunden, die direkt oder indirekt (angeheiratet) mit mir verwandt sind. Mir ist aber viel wichtiger, was ich an Informationen über ihre Lebensumstände erfahre.

 

 

 

                    

 

zuletzt geändert:

27. Mai 2002